Das Alter von Aluminium

Seit dem 18. Jahrhundert ist Aluminium unter dieser Bezeichnung bekannt. Und da das Leichtmetall in der Natur nur in gebundener Form vorkommt und sich nur mit sehr großem technischen Aufwand gewinnen lässt, nimmt man an, dass Gebrauchsgegenstände aus Aluminium nicht viel älter als 250 Jahre sein können. Scheinbar weit gefehlt – wie ein Blick auf drei archäologische Funde zeigt:

Im Jahre 1937-1938 entdeckte ein chinesischer Archäologe bei einer Expedition in das Baian-Kara-Ula-Massiv neben Skeletten tellerartige Gebilde mit eingravierten Abbildungen von kleinen menschenähnlichen Wesen, Tieren und Pflanzen, sowie Schriftzeichen, die etwa 12.000 Jahre alt sind. Wissenschaftler aus Moskau wiesen in den Platten eine Zusammensetzung aus Aluminium, Silizium und einen hohen Anteil an Kobalt nach. Nach dem damaligen Stand der Technik dürfte es eigentlich für Menschen unmöglich gewesen sein eine solche Zusammensetzung aus diesen Stoffen anzufertigen.

1956 stießen Wissenschaftler der chinesischen Provinz Kiangsu bei archäologischen Ausgrabungen auf Fundgegenstände in den Gräbern der Tsin Dynastie unter Kaiser Chou Chou, die rund 1.600 Jahre alt sind. Unter diesen entdeckten sie auch eine kunstvolle Gürtelschnalle, deren Verziehrungen zu 85 Prozent aus Aluminium besteht.

Östlich der rumänischen Stadt Aiud wurden 1974 in etwa zehn Meter Tiefe drei Objekte gefunden, von denen sich eines als wahres Rätsel entpuppte: ein Gebilde einer Legierung, die zu 89 Prozent aus Aluminium besteht. Ungewöhnlich wird dies durch die Tatsache, dass die beiden weiteren gefundenen Gegenstände Knochenfragmente eines Mastodons (ein Ur-Elefant) waren, die bereits seit mehr als einer Million Jahren ausgestorben sind. Das Aluminiumgebilde dagegen war eindeutig von Menschenhand gefertigt, also als künstlich zu identifizieren. Unerklärlich ist auch, dass das Aluminium-Objekt von einer Oxydschicht überzogen ist, die über einen Millimeter dick sein soll. Eine Oberflächenoxydschicht von dieser Stärke ist bisher unbekannt und erfordert eine extrem lange Einwirkung von Sauerstoff. Dies kann nur bedeuten, dass dieses Objekt unglaublich alt sein muss.

Wie oftmals in der Geschichte gibt es keinen dauerhaften letztgültigen Stand der Forschung. Wichtig erscheint die Bereitschaft, das bisher als gültig Erachtete auf Basis neuer Erkenntnisse sorgfältig zu überdenken und gegebenenfalls zu revidieren.

 

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