Königliches Aluminium

Mit Geschenken macht man nicht nur kleine Freuden, sondern auch große Politik. So hat man beispielsweise schon in früheren Zeiten berühmten Personen wie etwa Kaisern, Zaren und Königen Geschenke überreicht.

Eine interessante Geschichte findet sich in Überlieferungen von Petronius und Plinius (37 n. Chr.). Sie berichten über einen außerordentlich schönen Trinkkelch, den ein unbekannter Handwerker dem großen römischen Kaiser eines Tages überreichte. Die ungewöhnliche Eigenschaften dieses Geschenkes sind bei der feierlichen Zeremonie jedem ins Auge gefallen:
Der Kelch sah aus wie Silber, war aber bedeutend leichter. Und als sein Schöpfer diesen auf den Steinboden schleuderte, sei lediglich eine kleine Delle zurückgeblieben, welche der Handwerker sofort mit einem kleinen Hammer beseitigte. Glasartigkeit und Biegsamkeit des Materials hebt Plinius hervor, Petronius bezeichnete es als "unzerbrechliches Glas".

Woraus war dieser seltsame Kelch hergestellt worden? Die Antwort des Handwerkers, er habe das Material aus dem Ton gewonnen erzeugte damals nur Verwunderung: "Metall aus der Erde? Erdmetall?". Aufgrund ihrer Beschreibung vermuten Experten heute, dieses Trinkgefäß könnte möglicherweise aus Aluminium gewesen sein – also ein Aluminiumkelch.

Unvorstellbar, dass aus diesem uns so vertrauten Material die Kaiser einst getrunken haben.

 

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