Lexikon

A

    Alaun

    Alaun ist eine in der Natur vorkommende chemische Verbindung von Aluminium und Schwefel, die seit dem Altertum viel und vielfältig verwendet wird.

    Algraphie

    Aluminiumdruck, nach dem Prinzip der Lithographie und Zinkographie hergestellter Flachdruck auf Papier. Die Algraphie wurde erstmals 1892 von Josef Scholz in Mainz angewendet. Im Unterschied zum (bei der Lithographie verwendeten) Kalkschiefer greift die Säure das Aluminium nicht an, es entsteht aber eine die Wasserannahme begünstigende Oxidschicht.

    Aluminium

    Das Leichtmetall Aluminium hat eine stumpfe, silbergraue Erscheinung aufgrund der dünnen Oxidschicht, die sich bei Kontakt mit Luft sofort bildet. Diese Oxidschicht macht Aluminium sehr korrosionsbeständig.
    Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste und tritt nur chemisch gebunden auf. Aluminium ist ein guter elektrischer Leiter, es ist außerdem sehr weich und dehnbar und kann in vielerlei Hinsicht verarbeitet werden.

    Aluminiumbronze

    Eine goldgelbe, schmiedbare und gießbare Bronze, bestehend aus Aluminium (1%-10%), Kupfer und Zinn.

    Anodisation, anodisieren

    Internationale Bezeichnung für Eloxierung.

    Bauxit

    Bauxit (nach dem ersten Fundort Les Baux in Südfrankreich benannt) ist ein Erz unterschiedlicher Beschaffenheit mit Aluminiumhydroxiden als Hauptbestandteil. Bauxit dient als Rohstoff zur Aluminiumgewinnung und wird im Tagebau abgebaut. Die größten Vorkommen liegen in Australien, Guinea und Brasilien.

B

    Beizen

    Beizen ist eine Oberflächenbehandlung von Metallen mit Mineralsäuren um Oxidschichten zu entfernen. Es wird unter anderem angewendet, um eine bessere Haftung von Lacken und Galvanikschichten zu erreichen.

    Bürsten

    Aufrauhen von Metalloberflächen durch rotierende Metallbürsten um ein edleres Aussehen zu erreichen.

C

    Chromatieren

    Chromatieren ist das Herstellen einer hauptsächlich aus Chromverbindungen bestehenden Schicht durch Behandeln mit sauren oder alkalischen Lösungen, die sechswertiges Chrom enthalten.

D

    Dekoratives Schleifen

    Oberflächen mit Schleifspuren versehen, um sie interessanter zu gestalten.

    Duossal

    Sandwichmaterial für Kochtöpfe; auf der Innenseite mit Edelstahl laminierte Aluminiumtöpfe (verbindet die guten Eigenschaften von Aluminium und Edelstahl).

E

    Elektrolyse

    Die Zerlegung einer chemischen Verbindung durch elektrischen Strom.

    Eloxierung, eloxieren

    Elektrolytische Oberflächenbehandlung zum Schutz von Aluminium vor Korrosion. In einem Elektolytbad wird mit Gleichstrom die Metalloberfläche in eine dichte und sehr harte Oxidschicht gewandelt. Dadurch wird das Material widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung und ist witterungs- und korrosionsbeständig. Der metallische Glanz des Materials bleibt erhalten, da die Oxidschicht transparent ist.

    Mit einer technischen Eloxierung ist es möglich, Aluminium für besondere Belastungen um den Faktor 20 zu härten.

    Eloxiertes Aluminium kann für eine Neuverarbeitung zurückgewonnen werden und stellt damit eine dem Gebot der Nachhaltigkeit entsprechende, umweltverträgliche Art der Oberflächenveredelung dar.

F

    Farbeloxierung

    Das Color-Zweistufenverfahren. Die während der Eloxierung erzeugte transparente Eloxalschicht entspricht dem Naturfarbton des Aluminiums (EV 1).

    Im Anschluss an diese farblose Oxidation lässt sich in einer zweiten Stufe die Schicht mit Hilfe einer Metallsalzlösung elektrolytisch einfärben. Die in die offenporige Eloxalschicht eingelagerten Metalloxide ergeben lichtbeständige Farbtöne, die in ihrer Helligkeit von hellbeige über bronze bis schwarz abgestuft werden können (C11-C14). Die Farbwirkung entsteht nicht auf der Oberfläche des Materials, sondern völlig geschützt gegen Umwelteinflüsse am Porengrund der Eloxalschicht.

G

    Galvanisierung, galvanisieren

    Die Galvanisierung ist eine Methode der Oberflächenveredelung. Diese ermöglicht es, edlere Metalle bzw. Edelmetalle auf unedle Metalle aufzubringen.

    Dabei wird durch ein elektrolytisches Bad Strom geschickt. Am Pluspol (Anode) befindet sich das Metall, das aufgebracht werden soll (z.B. Gold oder Silber), am Minuspol (Kathode) der zu veredelnde Gegenstand. Der elektrische Strom löst dabei winzige Metallteilchen von der Verbrauchselektrode ab und lagert sie auf der Ware ab. So wird der zu veredelnde Gegenstand allseitig gleichmäßig mit Gold, Silber oder einem anderen Metall beschichtet. Je länger sich der Gegenstand im Bad befindet, umso stärker wird die Metallschicht (z.B. Goldschicht).

    Galvanik nennt man die technische Einrichtung, die zur Durchführung des galvanischen Verfahrens notwendig ist

    Glasperlenstrahlen

    Ähnliches Verfahren wie Sandstrahlen, wobei als Strahlmittel kleine Glaskugeln eingesetzt werden.
    Die dabei entstehende Oberfläche ist weniger schmutzanfällig, da das Material durch die Glasperlen weniger stark augerauht wird, als durch Sandkörner.

H

    Hartanodisierung, hartanodisieren

    Dieser Begriff umfasst mehrere Anodisierungs-techniken, mit denen sich bei niedriger Temperatur dicke (50-100 µm) und dichte Oxidschichten herstellen lassen. Diese sind abriebfester als die besten Vergütungsstähle und weisen ein elektrisches Isolationsvermögen in der Größenordnung von Porzellan auf.

    Hartanodisierte Produkte werden in Elektrik und Mechanik eingesetzt. Zur Verringerung des Reibbeiwertes eignen sich unterschiedliche Imprägnierungsstoffe wie z.B. Lanolin, Teflon, Molybdänsulfid usw.

    Angesichts der sehr hohen Schichtdicken kann es in bestimmten Fällen erforderlich werden, mit veränderten Abmessungen des Werkstücks nach dem Anodisieren zu rechnen.

    Heat treatment

    Verfahren, womit die nach Schweißarbeiten an Aluminiumrahmen auftretenden Spannungen durch kontrolliertes Erhitzen und Abkühlen abgebaut werden.

I

    Interkristalline Korrosion

    Bei der interkristallinen Korrosion werden die korngrenznahen Bereiche des Materials angegriffen. Dieser Korrosionsangriff beeinträchtigt damit lokal den Zusammenhalt im Gefüge, der Werkstoff wird geschwächt.
    Besonders anfällig für diese Art der Korrosion sind Legierungen mit Ausscheidungen an den Korngrenzen.

K

    Kaolin

    Bezeichnung für Porzellanerde (chemische Bezeichnung Aluminiumhydrosilikat).

    Der Name Kaolin stammt vom Berg Kaoling in der chinesischen Provinz Kiangsi, einem bekannten Abbauort von Porzellanerde. Kaolin ist weiß, kann aber durch Eisen etc., rötlich, gelb oder grau gefärbt sein.

    Neben der Porzellanerzeugung dient reines Kaolin auch als Füllstoff bei der Papierherstellung (z. B. für Dünndruckausgaben).

L

    Legierung

    Eine Legierung ist die Mischung eines Grundmetalls mit einem oder mehreren anderen metallischen oder nicht-metallischen Stoffen. Aluminiumwerkstoffe bestehen in der Regel nicht aus Reinst-Aluminium, sondern sind Legierungen.

    Löten

    Löten ist ein Verfahren zur dauerhaften Verbindung von Metallen. Beim Löten ist die Temperatur wesentlich niedriger als beim Schweißen, so dass nur das Lot schmilzt und zwischen die metallischen Werkstoffe kriecht. Man unterscheidet zwischen Weichlöten mit Hilfe von Zinn bei ca. 350°C und Hartlöten mit Silberloten bei über 600°C.

M

    Metall

    Als Metall bezeichnet man chemische Elemente, die sich durch starken Glanz (Reflexionsvermögen), gute Wärme- und elektrische Leitfähigkeit auszeichnen. Metalle besitzen kristalline Strukturen, im Gitter liegt metallische Bindung vor. Sie besitzen gute Festigkeitseigenschaften und sind gut umformbar.

    Man unterteilt sie nach ihrer Dichte in Schwermetalle und Leichtmetalle (Grenze 4,5 g/cm3), nach der chemischen Beständigkeit in Edelmetalle und unedle Metalle. Im Periodensystem der Elemente sind sie nach ähnlichen Eigenschaften in entsprechende Gruppen eingeteilt: Alkali-, Erdalkali-, Seltenerdmetalle. Weitere Unterteilungen sind: Eisen und NE-Metalle (Nichteisenmetalle).

N

    Neutralisieren

    Beim Neutralisieren handelt es sich um ein Oberflächenvergütungsverfahren für Folien. Dabei werden dünne, farblose Lackschichten aufgebracht, die nicht gänzlich porenfrei sind und daher nur Schutz gegen schwache chemische Einwirkungen bieten. Sie liefern einen guten Haftgrund für ein späteres Bedrucken der Folien.

O

    Oxidation

    Im Allgemeinen handelt es sich dabei um eine Vereinigung eines Stoffes mit Luft bzw. reinem Sauerstoff. Eine Verbrennung (= Feuer) ist beispielsweise ein mit Wärme- bzw. Lichtabgabe verbundener Oxidationsvorgang. In reinem Sauerstoff laufen Verbrennungsvorgänge wesentlich schneller ab als in der Luft.

P

    Plastische Verformung

    Dieses Verfahren stellt eine permanente Verformung dar, die bestehen bleibt, auch nachdem die ursprüngliche Belastung wegfällt. Der Grund dafür liegt in der Verschiebung der Atome über weitere Strecken hinweg. Man nennt diesen Vorgang auch "Gleitung".

    Polieren

    Schleifen von Oberflächen mit zunehmend feinen Materialien um eine möglichst geringe Rauheitstiefe zu erreichen. Die Oberfläche wird dadurch glatt und glänzend.

R

    Raffination, raffinierte Aluminiumlegierung

    Die Raffination schliesst sich an das Umschmelzen an, sofern es die Qualität der Aluminiumschmelze verlangt. Dabei wird die Schmelze gereinigt und Verunreinigungen beseitigt. Aus raffinierten Aluminiumlegierungen werden Gusslegierungen hergestellt.

S

    Sandstrahlen

    Bestrahlen eines Werkstücks mit Sand. Wird technisch verwendet um die Oberfläche zu reinigen (von Zunder, Oxyden, Lack) oder dekorativ um einen matten Effekt zu bekommen.

    Schmelzflusselektrolyse

    Die Reduktion von Aluminiumoxid erfolgt in der Schmelzflusselektrolyse (auch Schmelzelektrolyse). Die Elektrolysezelle besteht aus einer Graphitwanne (Kathode), in die von oben Graphitblöcke (Anode) ragen. Durch den Stromfluß (Lichtbogen) in der Zelle bildet sich aus dem Aluminiumoxid metallisches Aluminium und Schlacke als Abfall.

    Schweißen

    Beim Schweißen entsteht die Verbindung zweier Werkstücke in flüssigem Zustand. Schweißgut und der Schweißstab bestehen aus dem gleichen Grundwerkstoff. Die Schweißstelle wird kurzzeitig zum Schmelzen gebracht, die Materialien fließen sozusagen ineinander über.

    Die Schmelztemperatur wird meist über einen elektrischen Lichtbogen erzeugt. Im selteneren Verfahren des Autogenschweißen wird die Wärme über eine Flamme erzeugt. Daneben gibt es noch Schweißverfahren wie das Reibschweißen und Punktschweißen.

    Scotchen

    Verfahren zur Oberflächenbearbeitung. Mit Walzen aus Sisal o.ä. wird eine matt seidige Oberfläche erzielt.

T

    Tonerde

    Tonerde ist die übliche Bezeichnung für Aluminium-oxid. Es ist ein hartes, hochschmelzendes Mineral, das im Rahmen der Aluminiumherstellung aus Bauxit gewonnen und durch Schmelzflusselektrolyse zu reinem Aluminium weiterverarbeitet wird.

U

    Umformung, umformen

    Unter dem Oberbegriff Umformen werden alle Verarbeitungsverfahren (wie etwa Walzen, Strangpressen oder Schmieden) zusammengefasst, mit denen der Werkstoff in eine andere Form gebracht wird.

V

    Vacural-Druckguss

    Das Vacural-Druckguss-Verfahren ist eine von Firmen der Aluminiumindustrie entwickelte Variante des Vakuumdruckgusses.

    Die Gussform wird kurz vor und während des Giessens unter Vakuum gesetzt. Die Schmelze wird dadurch aus dem Warmhalteofen über ein beheiztes Steigrohr in die Form gesogen.

Z

    Zonenschmelztechnik

    Die Zonenschmelztechnik ist ein Verfahren, das eingesetzt wird, um hochreines Aluminium mit einem Reinheitsgrad von 99,9996 % herzustellen.